Ein Interview mit CEO Philipp Lüscher zum Umstieg auf umweltfreundliche Heizungen

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Protrait Philipp Lüscher CEO Schmid Gruppe

«Steigen Sie jetzt auf eine Holzheizung oder Wärmepumpe um!»

Endlich unabhängig von Öl und Gas werden – und trotzdem ein gut geheiztes Zuhause haben. Mit ihren Holz- und Wärmepumpenheizungen kommt die Schmid AG, energy solutions allen entgegen, die genau jetzt nachhaltiger, effizienter und kostengünstig heizen möchten. Geschäftsführer Philipp Lüscher zeigt auf, wie die Heizungsumrüstung dank fachmännischer Beratung gelingt.

Protrait Philipp Lüscher CEO Schmid Gruppe

Philipp Lüscher
CEO Schmid Gruppe

Herr Lüscher, fast jeder möchte umweltfreundlich und trotzdem effizient und günstig heizen. Was raten Sie?


Zuvorderst steht die höhere Effizienz, also geringere Heizkosten. Aber auch mehr Umweltfreundlichkeit dank geringeren Emissionen, CO2-Neutralität, mehr Zuverlässigkeit und nicht zuletzt gesetzliche Vorschriften, die beim Ersatz alter Nachtspeicher- und Ölheizungen zum Umstieg auf umweltfreundlichere Technologien verpflichten, sind die Haupttreiber der aktuellen Entwicklung. Mein Rat: Lassen Sie sich Ihre Immobilie von einem Fachmann begutachten und berechnen. Damit vermeiden Sie Fehler, die im Nachgang nicht mehr so einfach korrigiert werden können.


Bereits seit 1936 stellen Sie bei Schmid Holzheizungen her. Wie hat sich diese Art
des Heizens in den letzten Jahren verändert?


Früher war das Heizen mit Holz eher rudimentärer Art. Holz rein, abbrennen und wieder von vorne. Heutzutage sind die Abläufe bei der Zündung und Entaschung voll automatisiert. Mit einem Energiespeicher ist sogar der Zyklus des Handbeschickens keine grosse Sache mehr. Die Schmid AG
hat ihre jahrelange Erfahrung und Kompetenz in der Steuerungs- und Kesselentwicklung optimal in die aktuellen Produkte einfliessen lassen. Auch moderne Hackschnitzel- und Pelletheizungen sind sehr vielseitig und arbeiten ebenfalls vollautomatisch. Sie eignen sich dank intelligentem Heizkreismanagement für mehrere Heizkreise, sind mit Solarthermiefunktion erhältlich, können teils auch feuchte Brennstoffe verwerten und vieles mehr. Zudem können die Heizungen miteinander kombiniert werden. Etwa so, dass eine Pelletheizung automatisch übernimmt, wenn die gewünschte Stückholzheizung nicht nachgefüllt wurde – und ebenso automatisch wieder abstellt, sobald die Stückholzheizung wieder befüllt wurde. Damit kann bewährtes mit modernem Heizen kombiniert werden. So ist Wärme immer garantiert – auch wenn mal Ferienzeit ist oder das Nachfüllen nicht möglich war oder schlicht einmal vergessen ging.


Holzheizungen sind CO2-neutral. Was sind weitere Vorteile?


Der Brennstoff kann regional beschafft werden, so bleibt die Wertschöpfungskette zu 90 Prozent in der Schweiz. Aktuell sind die Holzbrennstoffpreise im Vergleich sehr attraktiv. Die aktuellen Preissteigerungen bei Pellets und Scheitholz sind nach unserer Meinung ein kurzfristiges Phänomen, da die Nachfrage sprunghaft angestiegen ist und der Krieg in der Ukraine darauf einen Einfluss hat. Dies sollte sich in den nächsten Jahren wieder normalisieren. Moderne Holzheizungen – egal, ob mit Pellets, Hackschnitzeln oder Stückholz beschickt – arbeiten sehr sauber und effizient. Die Schmid Heizkessel (25-260 kW) sind nach den neusten Vorschriften der EN303-5:2012 geprüft und haben die höchste Kesselklasse 5 erreicht. Durch das ausgeklügelte System der Brennraumgeometrie aus hochwertigem Feuerfestbeton können auch feuchte Brennstoffe bis M40 der Verbrennung zugeführt werden. Die robuste Bauweise verspricht eine lange Lebensdauer. Zusätzliche Sicherheit versprechen Brennraumtemperaturfühler, Unterdruckregelung und Lambda Sonde. Mit der optimalen Verbrennung durch die Hackgut- und Pelletfeuerung UTSD der Schmid AG werden bereits beste Emissionswerte erreicht. Um den Feinstaub noch mal zu reduzieren, können die Abgase zusätzlich über ein Abscheidesystem gereinigt werden. Bisher wurden diese Partikelabscheider oder Filtersysteme separat vom Heizkessel montiert. Neu hat die Schmid AG zusammen mit einem führenden Hersteller einen elektrostatischen Partikelabscheider entwickelt, der direkt im Heizkessel eingebaut werden kann: den e-clean. Auch sind Holzheizungen nahezu beliebig skalierbar. Daher eignen sie sich für Einfamilienhäuser ebenso wie für Mehrfamilienhäuser, Gewerbegebäude und Industrieanlagen. Auch für Firmen im Industrie- und Gewerbebereich ist die Holzheizung für Hochtemperaturanwendungen aktuell sehr interessant. Als einzige Alternative zu Öl und Gas garantiert sie neben Gebäudewärme auch Prozesswärme. 

Wie funktioniert die Wartung?


Holzheizungen sollten regelmässig gewartet werden. Mit einem professionellen Service können die Betriebssicherheit als auch die Betriebskosten einer Anlage positiv beeinflusst werden. Wir verfügen über ein schweizweites Servicenetz, das 24 Stunden und 365 Tage rund um die Uhr erreichbar und im Einsatz ist. Ob direkt vor Ort oder via Fernzugriff – es ist unser höchstes Anliegen, einen effizienten und möglichst störungsfreien Betrieb der Anlagen sicher zu stellen. Dies ersetzt den Kaminfeger aber nicht. Sie reinigen und kontrollieren ihrerseits wärmetechnische Anlagen (WTA) und Lüftungen in Privathäusern und Unternehmen.


Sie bieten auch Wärmepumpen an. Was genau ist da möglich?


Mit einer Wärmepumpe, also Luft-, Wasser- oder Erdwärme, zu heizen, ist derzeit eine sehr beliebte Variante. Sie kann einfach und schnell installiert
werden. Diese Art des Heizens arbeitet vor allem mit Strom. Die Kombination mit einer Photovoltaikanlage ist daher sinnvoll. Je nach Zugänglichkeit,
Lage, Grösse und Heizungsart – Radiatoren oder Fussbodenheizung – der Immobilie ist die eine oder die andere Variante die bessere. Zudem sind Wärmepumpen wartungsarm, langlebig, leise und günstig im Betrieb – solange die Strompreise stimmen. Auch hier stehen Qualität, moderne Technik, Zuverlässigkeit und korrekte Kalkulation der Leistung an erster Stelle. Sehr wichtig ist zudem eine intelligente Steuerung, weil nur so maximale Effizienz erreicht werden kann. Idealerweise werden Wärmepumpen mit Fussbodenheizungen kombiniert. 

Wie kann man wissen, welche Heizung man bei sich installieren soll?


Es gilt genau abzuwägen, welche Möglichkeiten vorhanden sind. Das ist sehr individuell und daher nicht pauschal zu beantworten. Einzig anhand kompetenter Beratung durch einen erfahrenen, seriösen Installateur, durch uns als neutralen Hersteller sowie durch spezialisierte Institutionen wie etwa die kantonale Energieberatung. Hier gilt es, sich eine Fachperson zur Beratung zur Seite zu nehmen und alle Eventualitäten auszuloten und zu berechnen. Bei der Schmid AG in Eschlikon und Oey haben wir in unseren Showräumen sowohl Holzheizungen als auch Wärmepumpen ausgestellt. So können sich die Leute einen Live-Eindruck verschaffen – und sehen unter anderem, wie kompakt moderne Holzpellet- und Stückholz-Heizungen, aber auch Wärmepumpen konstruiert sind. Klar ist: Jeder Neubau und jede Heizungssanierung bedingen eine umfassende, individuell massgeschneiderte Planung. Eine Heizung ist kostenintensiv und wird während vieler Jahre betrieben. Das bedeutet jahrelang sich aufsummierende Zusatzkosten bei schlechter Effizienz – und jahrelang immer mehr Ersparnisse bei optimaler Effizienz. Daher zahlt es sich immer aus, bei der Planung und Berechnung der Heizung genug Zeit zu investieren und die richtigen Partner ins Boot zu holen. So gelingt ein fundierter Entscheid, welche Art von Heizung – Holz oder Wärmepumpe – für das jeweilige Neubau-, Umbau- oder Sanierungsprojekt am besten geeignet ist, wie viel Leistung sie haben muss und welche Features nötig sind.

Eine neue Heizung wird auch mit Klimaprämien gefördert. Auf was sollten Hausbesitzer da achten?


Der Ersatz einer fossilen Heizung wird aktuell mit beträchtlichen Fördermitteln unterstützt. So können bis zu 75 Prozent der Anschaffungskosten refinanziert werden. Wichtig ist, dieses Unterfangen vorgängig zu klären. Im Nachhinein können keine Fördergelder mehr beantragt werden. Auch hier gilt es, sich ausgiebig beraten zu lassen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Fördergelder gibt es grundsätzlich dann, wenn eine Gas- oder Ölheizung durch eine Holzheizung oder eine Wärmepumpe ersetzt wird. Allerdings gibt es Fallstricke, die man kennen muss. Beispielsweise berechnen die Kantone die Förderung bei Heizungsersatz anders als Energie Zukunft Schweiz. Zudem fördert Energie Zukunft Schweiz auch Heizungen im NichtWohnbereich, also beispielsweise in Büro- oder Verwaltungsgebäuden. Das bedeutet: Man muss zwingend genau vergleichen, wo man wie viel Geld erhält. Zudem muss man den Antrag korrekt und rechtzeitig stellen – nämlich vorgängig, noch ehe die Heizung bestellt oder gar installiert wird.


Letztlich gilt auch hier: Laien sind auf kompetente, neutrale Beratung seitens der Installateure, Lieferanten und Hersteller angewiesen – und sollten
sich zudem auf den gängigen Internet-Portalen der Energieberatung der Kantone sowie bei Institutionen wie Energie Zukunft Schweiz informieren
und ins Thema einlesen. Selbstverständlich können auch unsere Verkaufsmitarbeiter der Schmid AG zu sämtlichen Fragen Rede und Antwort stehen.
 

Die Klimaziele sollen möglichst bald erreicht werden. Trotzdem zögern einige Hausbesitzende noch mit der Umrüstung. Woran liegt das?


Die Ausgaben für die Umrüstung von einer fossilen zu einer umweltfreundlichen Heizung sind sicherlich ein Grund. Mit den hohen Kosten der fossilen Brennstoffe hat sich das aber ziemlich schnell relativiert. In der heutigen Lage sind die Nebenkosten derart angestiegen, dass sich die Betreiber einer fossilen Heizung mit der Situation auseinandersetzen müssen. Bei Gasheizungen kommt dazu, dass es Versorgungsunterbrüche geben könnte.

Sie weisen auch auf Vorlaufzeiten hin. Also nicht warten, sondern starten?


Ganz richtig. Die momentane Nachfrage nach umweltfreundlichen Heizungen ist kurzfristig stark angestiegen. Hier gibt es einerseits Engpässe bei
der Lieferkette, wobei Holzheizungen noch nicht so stark davon betroffen sind wie Wärmepumpen. Andererseits sind Heizungsinstallateur:innen sehr stark ausgelastet und können wegen des Fachkräftemangels auch nicht einfach so auf die aussergewöhnliche Lage reagieren. Also sollte man die Anfrage frühzeitig machen, um die Umrüstung der alten Heizungsanlage möglichst zeitnah realisieren zu können. Mein Tipp: Jetzt planen!


In vielen Gemeinden und Gebieten wird mittlerweile Fernwärme eingesetzt. Wie unterstützen Sie diese Form der Wärmeversorgung?


Diese Art des Heizens gilt es vermehrt zu beachten. So müssen nicht alle eine Heizung installieren, sondern man kann an ein bestehendes Netz
angeschlossen werden. Denn viele Gemeinden bauen ihre Kapazitäten auf oder aus. Die regionale Wertschöpfung wird gefördert und die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. Die Schmid AG führt auch für Nah- und Fernwärmenetze die optimalen Produkte im Sortiment.

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