Wie sauber sind Holzzentralheizungen?

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Links steht eine Stückholzheizung des Produkttyps Novatronic XV von Schmid und rechts ein moderner Kamin mit brennendem Feuer.

Heizen mit Stückholz, Holzschnitzeln oder -pellets ist – Kritikern zum Trotz – sehr umweltschonend. Ein Problem können indes Cheminées, Kachel- und Zimmeröfen sein. In diesen erfolgt die Verbrennung ungesteuert – und die Betreiber feuern oft falsch an.

Es ist unbestritten: Heizen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz – sei es in einer Pellet-, Holzschnitzel- oder Stückholzheizung – ist klimaschonender als das Verfeuern fossiler Brennstoffe wie Erdöl oder Erdgas. Denn während bei der Nutzung von (vorzugsweise regionalem) Holz der Kohlenstoffkreislauf in der Balance bleibt, wird beim Verbrennen von Öl oder Gas während Jahrmillionen gebundenes CO2 freigesetzt.

Dennoch ist die Frage berechtigt: Welche Emissionen entstehen denn beim Verbrennen von Holz?
Die Antwort: Vor allem Kohlendioxid und -monoxid, kleine Mengen Stickoxide und organische Kohlenwasserstoffe sowie Asche, Russ und feinstaubhaltiger Rauch.

Welche Mengen der teils umweltschädlichen Stoffe entstehen, hängt dabei von zahlreichen Faktoren ab: Gut aufbereitetes, getrocknetes und gelagertes Holz verbrennt markant sauberer als nasses, dreckiges Holz – und in modernen Holzzentralheizungen verbrennen Holzscheite, -schnitzel und -pellets besonders effizient und emissionsarm, da die Verbrennung durch Sonden überwacht und durch elektronische Systeme exakt gesteuert wird.


Holzzentralheizungen sind sauber

Untersuchungen des Technologie- und Förderzentrums für nachwachsende Rohstoffe (TFZ) im bayrischen Straubing von Ende 2022 belegen: Moderne Holzzentralheizungen, egal ob diese mit qualitativ hochwertigem Stückholz, Holzschnitzeln oder -pellets beschickt werden, emittieren so geringe Feinstaubmengen, dass Schornsteinfeger diese kaum noch messen können. Auch hinsichtlich der beim Verbrennen des Holzes entstehenden gasförmigen Emissionen halten moderne Holzzentralheizungen die gesetzlichen Grenzen nicht nur ein, sondern unterschreiten diese häufig deutlich. Nichtsdestotrotz gilt, wie bei allen Heizsystemen: Ein professioneller Service, nicht zuletzt die regelmässige Kontrolle durch den Kaminfeger, stellt sicher, dass die Holzheizung auch im fortgeschrittenen Alter so sauber arbeitet wie zum Zeitpunkt ihrer Anschaffung.

 

Cheminées, Zimmer- und Kachelöfen

In puncto Feinstaubemissionen markant kritischer als Holzzentralheizungen sind klassische Zimmer- und Kachelöfen, Holzherde sowie Cheminées. Der Grund: Sie verfügen über keine technische Einrichtungen zur optimalen Steuerung der Verbrennung, werden eher selten gewartet und häufig sind die Komponenten (Feuerstelle, Kamin, Luftzufuhr) in den Dimensionen nur unzureichend aufeinander abgestimmt. Hinzu kommt, dass nicht wenige Betreiber bereits beim Anzünden des Feuers Fehler machen.

Das Feuer stets von oben anzünden
Denn neben der Verwendung von sauberem, trockenem Holz ist richtiges Anfeuern entscheidend für eine möglichst saubere Verbrennung. Bei Feuerungsanlagen mit oberem Abbrand, bei denen die Abgase aus dem Feuerraum nach oben abziehen, muss der Holzstapel immer von oben angezündet werden! So brennt das Holz schrittweise von oben nach unten ab, der Abbrand verläuft langsamer, kontrollierter und damit effizienter – und die Rauchgase strömen durch die heisse Flamme, wobei sie fast vollständig ausbrennen.

So funktioniert’s: Eine «Kreuzbeige» errichten – unten die dickeren, darüber die dünneren Scheite. Zuoberst ein Anfeuermodul aus dünnen Tannenholzstäben, bestückt mit einer Anzündhilfe (z.B. in Wachs getränkte Holzwolle) auflegen und entzünden. Meist genügt ein einziges Streichholz – und schon brennt das Feuer. Auf keinen Fall Zeitungs- oder anderes bedrucktes Papier verwenden, denn Druckfarben enthalten meist Schwermetalle.

Elektro Feinstaubabscheider
Und wer puncto Feinstaubemissionen noch mehr tun möchte, kann sein Kamin vergleichsweise einfach und kostengünstig mit einem (elektrostatischen) Feinstaub- respektive Partikelfilter nachrüsten. Auskünfte und Beratung hierzu erteilen der Kaminfeger sowie spezialisierte Unternehmen.

Genau informieren lohnt sich
Mehr Infos zum Thema «Sauber heizen mit Holz» gibt’s auf www.holzenergie.ch .

Links sind mehrere Holzscheite aufeinandergestapelt und rechts stehen zwei Stückholzheizungen des Produkttyps Novatronic XV von Schmid.
Links sind mehrere Holzscheite aufeinandergestapelt und rechts stehen zwei Stückholzheizungen des Produkttyps Novatronic XV von Schmid.
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